Jacqueline Capron wird 1935 in Nantes in ein wohlhabendes, großbürgerliches Elternhaus geboren. Sie genießt eine hervorragende schulische und akademische Ausbildung  u. a. an der Hochschule für  Künste ( Ecole des Beaux Arts) in  Nantes in den Fächern (architektonisches) Zeichnen, Modellieren, Dekoration.

Auf nachdrücklichen Wunsch ihres Vaters bewirbt sie sich während einer Reise nach Südfrankreich im Jahre 1953 im Keramikatelier Capron in Vallauris, dem damaligen Mekka der Keramik um ein Praktikum. Drei begeisternde Monate verbringt sie dort und heiratet  nach weiteren Aufenthalten im April 1955 den Künstler Roger Capron.

Trotz der entstehenden großen Familie, Caprons werden vier Kinder haben, arbeitet Jacotte Capron auf verschiedensten künstlerischen Gebieten. Bilder, Schmuck und Kunsthandwerk entsteht in ihren Händen. Immer aber und im Vordergrund steht ihre Arbeit als  Koloristin ihres Mannes. Im gemeinsam gegründeten Unternehmen steht das kreative Genie ihres Mannes für die Entwürfe, die immer neuen Modelle außergewöhnlicher Fliesen und  Wandbilder. Jacotte obliegt die Farbgestaltung und Ausgestaltung für die halbjährlich entstehenden Fliesenkollektionen der stark expandierenden Manufaktur.

Es entsteht eine kongeniale Zusammenarbeit und Ergänzung , die ein Leben lang und darüber hinaus andauert.  Jacotte, das Gedächtnis des Ateliers, kennt alle Zusammensetzungen der Farben und ihrer Kombinationen. Sie koloriert nicht nur Gebrauchskeramik, Fliesen, Wandreliefs und Keramikskulpturen , sondern sie ist es auch, die nach dem Tode Roger Caprons weiterhin die Edition seiner Figuren in Beton mit den  entsprechenden Dekoren und Farben versieht.  Die Modelle sind vorhanden – der mehr als 50 jährige Dialog mit ihrem Mann Roger geht weiter.