Reinhold Harsch gestaltet mit Servocret RS überdimensionale Capron-Schönheiten

Graziöse  Schönheiten mit französischem Ursprung – das sind die Skulpturen des berühmten Kunstkeramikers Roger Capron. Die heiteren und poetischen Figuren werden als monumentale Vergrößerungen von Reinhold Harsch, Fliesenlegermeister und Kunstliebhaber aus Ebersbach an der Fils, in einer Kunstedition herausgegeben. In jeder der ästhetischen Damen stecken bis zu 500 Kilogramm Servocret RS Reparatur-Spachtel und Ausgleichs-Mörtel aus dem Hause Kiesel.

Sie heißen Athéna Nathalie, Odalisque und Roudoubouldour. Oder sie tragen wohlklingende Namen wie „Le jour et Ia nuit“, „Volière“ und „Les Bas BIeus“. Die Skulpturen des berühmten Keramikers Capron leben vor allem durch ihre ineinander verschachtelten Rundungen und den bunten Anstrich. In einer Größe von zwei bis drei Metern stehen sie in Gärten

und Parkanlagen, vor Unternehmen und Institutionen in Südfrankreich ebenso wie in Stuttgart, in Rechberghausen ebenso wie im Remstal. Die Werke atmen die Lebenslust des Mittelmeeres, die südliche Sonne und die Verehrung für alles Weibliche. Das ist auch kaum verwunderlich, stammen sie ursprünglich doch aus Werkstätten in Vallauris an der Côte d’Azur.

Bis zu 450 Kilogramm schwer sind die Figuren. Diese gigantischen Vergrößerungen nach den Originalwerken hat Reinhold Harsch geschaffen. Unter Anwendung von Techniken aus dem Formenbau der Automobilindustrie bringt er es fertig, die Skulpturen in dreifacher Vergrößerung zu gießen. Anfangs werden die Originale fotografiert und digital erfasst. Aus Hartschaum wird eine Form gebaut und mit Servocret RS ausgefüllt.

Harsch: „Ich habe die Spachtelmasse aus dem Hause Kiesel zweckentfremdet. Dieses Material eignet sich hervorragend für Formen, die extremen Belastungen ausgesetzt sind. Ich arbeite schon seit zehn Jahren damit.“

300 bis 500 Kiiogramm Servocret RS wird pro Figur verarbeitet. Der Fliesenlegermeister und Kunsthandwerker schätzt das Kiesel-Material aufgrund der hohen Festigkeit, der Risse freien Erhärtung selbst in dicken Schichten sowie der raschen Festigkeitsentwicklung und Belastbarkeit. Außerdem ist es frost- und witterungsbeständig und deshalb für den Außenbereich geeignet.

Kunst trifft Handwerk: Harsch besitzt als einziger die Lizenz, diese Kunstwerke zu erstellen. Gefertigt werden die Capron-Riesen in limitierten Editionen von jeweils zwölf Stück. Sie sind nummeriert und signiert. Die Beziehung zwischen dem schwäbischen Unternehmer Reinhold Harsch und dem Kunstkeramiker Roger Capron entstand bereits in den 1970er Jahren. Beim Besuch von Messen in Paris

und München traf Harsch auf Capron, dessen Fliesenmanufaktur in Südfrankreich jene Produkte herstellte, die die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk aufhoben. Der Fliesenwerkmeister aus Ebersbach hatte höchste qualitative und künstlerische Ansprüche und fand diese in den Kollektionen des Keramikers Capron verwirklicht. Aus den Begegnungen erwuchs eine Jahrzehnte währende Freundschaft.

Vom Miniatur-Einzelstück zur überlebensgroßen Betonskulptur: Seit 1984 widmete sich Roger Capron nach unzähligen Preisen und Auszeichnungen in Architektur und Kunst den ästhetischen Einzelarbeiten. Seine Skulpturen zeigen Frauen, Engelswesen und Fabeltiere, stets mit fröhlichem Charakter. Seine Kreationen allansichtiger Figuren lösten die Produktion dekorativer Gebrauchskeramik ab. Caprons großer Traum war es, seine freistehenden Skulpturen zu vergrößern, um sie in Gärten, Parks und auf öffentlichen Plätzen auszustellen. Diese Herausforderung nahm sich Reinhold Harsch als schwäbischer Tüftler gerne an. Noch zu Lebzeiten Caprons entstanden die ersten überdimensionalen Figuren aus Beton.

Eine korpulente Frau in kräftigen Gelb- und Rottönen hat es sich in der Harsch-Halle gemütlich gemacht. Eine andere räkelt sich recht lasziv auf ihrem Sockel. Trotz ihrer massigen Formen besitzen die Capron-Skulpturen eine ganz eigenwillige Leichtigkeit. Durch ihre Körperhaltungen tanzen sie im Raum oder schweben förmlich über dem Boden. Die farbenfrohe Gestaltung obliegt seit jeher Caprons

Frau Jacotte. Auch nach dem Tod Roger Caprons im Jahr 2006 widmet sich die Witwe des Künstlers als Coloristin den Figuren. Jacotte Capron, selbst Keramikerin, kennt alle Zusammensetzungen der Farben und ihrer Kombinationen und versieht die Editionen mit den entsprechenden Dekoren und Farben. So führt sie das Lebenswerk ihres Mannes gemeinsam mit Reinhold Harsch weiter.

Vom ersten bis zum letzten Handgriff, vom Formenbau, über das Gießen und für das Verbinden und Schleifen der Einzelteile, braucht Harsch etwa eine Woche handwerkliche Arbeitszeit. Mehr als 50 Capron-Skulpturen hat er bisher gefertigt:

„Eine bestimmte Lieblingsskulptur habe ich nicht. Sie sind mir alle ans Herz gewachsen, stehen in meiner Werkstatt und strahlen mich an. Das ist doch eine immer wieder aufs Neue faszinierende Arbeit.“